Island, ein Land aus Eis und Feuer geboren. Stellt man sich Island vor (zumindest ging es mir so) dann sieht man viel Schnee und viele Vulkane vor dem geistigen Auge. Dazu dampfende Quellen und Wasserfälle. Kommt man dann tatsächlich nach Island ist man überrascht: Genauso ist es!

Schon beim Anflug erstreckte sich vor uns eine schier endlose Schneelandschaft. Unterbrochen von schwarzem Fels. Auch auf dem Weg vom Flugplatz zum ersten Hotel: Schnee und schwarzer Fels. Dazwischen immer wieder kleine Häuser.

Die ersten Tage verbrachten wir in Reykjavik. Die Stadt hat ca. 220.000 Einwohner (ganz Island ca 330.000). Vor allem in der Altstadt findet man viele kleine, farbige Häuser, enge Gassen, viele Geschäfte und viele Restaurants. Und auch wenn wir in der Nebensaison dort waren, waren schon eine Menge Touristen unterwegs. Beim Bummeln besuchten wir den Hafen, das Konzerthaus (“Harpa”), die Halgrimms-Kirche (das höchste Gebäude Islands) und diverse Restaurants, Cafés und HotDog-Buden.

 

Von Reykjavik geht eine Tour los, die nahezu jeder Island-Tourist macht: Der “Golden Circle” – so sind wir natürlich als Island-Neulinge auch auf diese Tour gegangen bzw gefahren worden. Alleine unser Busunternehmen ist mit drei großen Reisebussen gleichzeitig gefahren. Auf einigen Bildern erkennt man auch den Ansturm….

Auf dieser Tour werden im Wesentlichen drei Ziele angesteuert: Pingvellir, Gullfoss und Geysir.

Pingvellir ist die Bruchzone in den Kontinentalplatten. An dieser Stelle driften Europa und Nordamerika sichtbar auseinander (also zumindest die Kontinentalplatten driften mit 2-3 cm pro Jahr). Was man sieht ist ein flaches Nichts. Die Bruchzone ist bei einem Vulkanausbruch mit Lava vollgelaufen und so hat man ein mehrere Kilometer breite flache Ebene, die zu keiner der beiden Kontinentalplatten gehört.

 

Gullfoss ist einer der großen Wasserfälle, für die Island vor allem bei den Fotografen so beliebt ist. Über zwei Stufen rauschen die Wassermassen in die Tiefe. Die Gischt liegt in der Luft und bildet je nach vorherrschendem Wind an der gegenüberliegenden Felswand einen dicken blaugrünen Eispanzer. Hunderte von Touristen drängen sich auf den Aussichtsplattformen – aber der Wasserfall ist wirklich schon eine toller Anblick. Jetzt im Winter eben auf einer verschneiten Ebene, im Sommer mit grünem Gras eingerahmt.

 

Und als drittes Geysir. Nicht ein Geysir sondern DER Geysir. Der Geysir, der allen Geysiren der Welt einen Namen gab. Der größte und höchste und mächtigste – leider ist er seit einem Erbeben vor zwei Jahren verstummt. Zum Glück tut aber sein Nachbar, nur 100m weiter, den Touristen den Gefallen und bricht konstant alle 5-10 Minuten aus. Immerhin noch mit einer stattlichen Höhe bis zu 30m: Sein Name: Strokkur. Es ist schon faszinierend zu beobachten, wie das Wasser in dem Becken immer in Bewegung ist, der Wasserspiegel steigt, fällt, blubbert, überläuft, sinkt, um dann plötzlich mit einem lauten Fauchen in die Höhe zu schießen.

Rundherum gibt es mehrere Becken mit heißem Wasser, überall dampft es und in der Luft liegt ein schwefeliger Gestank.

 

Apropos Schwefel: Island bezieht seine gesamte Wärmeenergie aus geothermaler Energie. Das ist für die Isländer natürlich toll. Brauchst Du Wärme, einfach ein Loch bohren. Allerdings kommt das heiße Wasser für die Dusche auch aus geothermalen Quellen. Das hat leider zur Folge, dass das warme Wasser ein deutliches Aroma nach faulen Eiern hat. Vor allem beim Duschen und Zähneputzen ist das sehr gewöhnungsbedürftig.

 

 

 

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